2018-01-14

Wenn den Fahrern ein Licht aufgeht… Fernbedienung statt Flagge

Flagge zeigen ist out, LED-Leuchten sind in. Auch in diesem Jahr geht den Fahrern beim 35. ADAC Supercross in der Westfalenhalle wieder ein Licht auf. 2016 waren die Blinkleuchten als Ergänzung zu den Flaggensignalen der Sportwarte noch ein Pilotprojekt. Mittlerweile ist das System mit dem Namen SX RaceGUARD etabliert und nicht mehr wegzudenken aus der täglichen Arbeit in Dortmund.

Schiedsrichter Olaf Noack zählt gleich mehrere Vorteile dieser Errungenschaft auf. „In erster Linie ist dies sicherheitsrelevant. Wir wollten den Sportwart, der mit der Flagge unmittelbar an der Strecke stand, von dort wegbekommen. Damit verhindern wir, dass der Sportwart einer unmittelbaren Gefahr ausgesetzt ist. Zudem ist das Licht effektiver. Es wird besser wahr-genommen als die Flagge. Über Jahre hinweg hat der Sportwart an der Strecke eigenstän-dig gearbeitet. Keiner konnte eingreifen. Im Prinzip können wir jetzt sagen, das Licht kann aus. Der Sportwart ist im Einsatz voller Adrenalin und emotional. Da war es schwierig ihn zu steuern.“

Sieben Sportwarte haben in der Westfalenhalle eine Fernbedienung. Aber auch Noack und Karsten Schneider, der Operator des SX RaceGUARD, die aus erhöhter Position das Gesche-hen im Blick haben, können das Licht jederzeit wieder ausschalten, oder länger anlassen. „Dadurch wird der Sportwart auch besser geschult, indem er das übergeordnete akzeptiert.“

Und auch bei den Lichtern schreitet die Entwicklung voran. Sie sind gegenüber dem Vorjahr fünf- bis zehnmal heller und verteilen das Licht besser. „Das System gibt uns mehr Möglichkei-ten sportrechtlich sauber zu arbeiten“, ergänzt Noack, er unterstreicht aber: „Die Wahrneh-mung und der erste Schritt des Sportwartes haben immer Bestand. Es gibt keine Diskussion, ob die Flagge oder das Licht berechtigt ist. Wenn das Licht an ist, hat sich der Fahrer daran zu halten, egal, wie er es einschätzt. Das spielt keine Rolle. Ist das Licht an, muss er langsam machen.“

In Dortmund hat nur noch der Sportwart an Start und Ziel eine Flagge. „Die Gefahr ist natür-lich, dass ein Fahrer einen Lichtkegel umfährt, dann ist er weg. Dann muss er zeitnah wieder aufgebaut werden. Das Licht steht auf einem Magneten, ist arretiert, kann aber umfallen, ist also nicht starr installiert. Die kippen einfach von der Magnetplatte und du stellst sie wieder auf. Es kann auch mal ein Licht kaputtgehen, dafür haben wir dann Reserveflaggen als Rück-versicherung.“

Noack legt Wert auf die Feststellung, dass wir „dadurch den Sportwart nicht ersetzen wollen, das geht auch gar nicht. Ihn wird es immer noch geben, aber er steht nicht mehr so nah an der Strecke und damit auch nicht mehr im unmittelbaren Gefahrenbereich, so wie in der Vergangenheit.“

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